Ein Testbericht ist oft Stein des Anstoßes für den Gang zum Spielehändler. Bei der Fülle an Computerspielen, die Tag für Tag die Regale hüten, ist es schwer, eindeutige Wertungsrichtlinien aufzustellen. Die Krawall-Redaktion nimmt jedes Produkt genau unter die Lupe, wiegt das Pro-/Kontra-Verhältniss auf und sucht nach vergleichbaren Spielen und günstigeren Alternativen. Schwerpunkt eines Reviews liegt auf dem Singleplayer-Modus. Nach Möglichkeiten versuchen wir stets, auch Meherspielerpartien zu begutachten. Bei Massively-Multiplayer-Spielen erübrigt sich der erste Punkt entsprechend. Bugs, Performance auf mehreren Testrechnern sowie die Spieldauer sind ebenfalls wichtige Faktoren unserer Reviews. Beim Schwierigkeitsgrad unterschieden wir zwischen Anfänger (Gelegenheitsspieler), Mittelmaß (Grundlegend erfahrener Spieler) sowie Profi (Vielspieler und Genrekenner). Ist es ein innovativer Neuling oder nur ein 0815-Konsolenport? Schnellschussproduktionen zwecks Kassenklingeln sind schnell enttarnt und zum Sperrmüll rausgestellt.
Was ist Gameplay?
Unter Gameplay verstehen wir das Zusammenspiel einzelner Elemente wie Story, Spielverlauf und die Qualität einzelner Elemente (Rätsel, Cutsceneseinbindung etc.). Möglichst objektiv und unabhängig von den eigenen Vorlieben wird aus den Faktoren Steuerung, Grafik, Sound und dem besagten Gameplay die Spielspass-Endwertung errechnet. Dabei unterschieden wir zwischen folgenden Teilbereichen:
Über 90
Aufgepasst: An diesen heißen Elitevertretern verbrennt Ihr Euch die Finger! Nur qualitativ hochwertige Ausnahmetitel werden so hoch bewertet. Fegt die Gurken von der Festplatte, beantragt Urlaub und setzt Familie und Freunde vor die Tür - Unterhaltung der Güteklasse A steht vor der Tür.
80-89%
Wer es hierhin schafft, ist seine Scheine wirklich wert. 80er Games überzeugen in allen wichtigen Punkten, bieten Langzeitspielspass und meist umfangreiche Boni. Alteingesessene als auch Newbies dürfen zugreifen und Krawall machen.
70-79%
Guter Durchschnitt. Vor allem die Titel, die zu 80% tendieren, haben meistens dumme Kinderkrankheiten an Bord, die eine bessere Wertung verhindern. Grafik und Spielbarkeit sind fast immer zufriedenstellend. Sollte es hier keine besseren Alternativen geben, kann fast immer eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.
50-69%
Mittelmäßige Computerspiele und Ideenwiederverwertungen weilen in dieser Schublade. Oftmals nur in einigen Punkten zufriedenstellend, lohnen sich Produkte dieses Bereiches höchstens für Genrefans, die so oder so jeden und alles im Regal verstauben lassen.
25-49%
Solche Titel wandern auf dem schmalen Grat zwischen „Gerade noch vertretbar“ und „Weg damit!“. Grafisch als auch spielerisch sind diese Produktionen meistens drittklassig. Der Griff zum geplagten Portmonee lohnt sich samt mitleidigem Blick Richtung Entwicklungsstudio höchstens bei einem guten Budgetpreis.
Unter 25%
Spiele dieser „Klasse“ sind schlicht ein Beitrag zur Umweltverschmutzung. Spart Euch den Aufwand mit der Deinstallationsroutine, baut ein Vogelhäuschen aus der Verpackung und gibt das Geld nächstes Mal für einen Kinobesuch, einen der seltenen Tage ohne Mattscheibe oder eine Brille aus. Letzteres habt Ihr übrigens besonders vonnöten, wenn Ihr einen solchen Titel dennoch für halbwegs gut befindet.
Krawall-Award:
Unabhängig von der Endwertung und vergleichbaren Titeln verleiht die Krawall-Redaktion eine gesonderte Auszeichnung, beispielsweise für überragende Grafik, Akustik, Spieltiefe oder Widerspielbarkeit. Durchschnittliche Spiele könnten theoretisch mit einem solchen Award ausgezeichnet werden, jedoch bleibt diese besondere Ehrung meistens nur Titeln im guten 80er-Bereich vorbehalten.
Wann wird aufgewertet?
Bonuspunkte bringt z.B. ein niedriger Verkaufspreis (unter 30 Euro) trotz Vollpreisumfangs oder eine überdurchschnittlich gute Ausstattung, z.B. im Mehrspielerbereich. Da im DVD-Zeitalter gut gefüllte Pappkartons mit Gimmicks wie Karten, Postern usw. selten sind, geht die Meßlatte bei solchen Schmuckstücken höher. Weiterhin beäugeln wir Einsteigertutorials sowie Übersetzung/Lokalisierung.
Wann wird abgewertet?
Abzocke gibt es auch bei Computerspielen: spätestens seit „C&C3: Tiberian Sun“ wissen wir, das manches überteuert in den Handel kommt. Ein durchschnittliches PC-Spiel darf für gewöhnlich nicht mehr als 45 Euro kosten. Weiterhin gehört ein Mehrspielermodus samt Editor meistens zum Standardrepertoire. Performancepatzer wie hardwareunabhängige Slowdowns und schlecht ausbalancierte Gegnerintelligenz sind ein weiteres rotes Tuch für uns.
Noch Fragen? Die Krawall-Redaktion steht Euch unter feedback@krawall.de jederzeit zur Verfügung. |