ir erinnern uns noch an das vergangene Jahr. Da mussten sich PC-Spieler mit einer abgehalfterten Playstation2-Konvertierung begnügen. Die Strafe folgte auf dem Fuße. Mit schlappen 65% schickten wir „FIFA 08“ zurück in die Umkleidekabine. In diesem Jahr wird aber alles anders – zumindest grafisch! Denn die Gebete der PC-Gemeinde wurden erhört, und „FIFA 09“ wurde endlich wieder eigens für unsere Rechenknechte entwickelt. Da gerieten wir glatt ins Staunen, als Ribéry, Toni, Klose und Co. im bildschönen Next-Generation-Gewand in die Arena stiefelten.
Aber wir wissen alle: Das Aussehen allein macht noch kein Topspiel aus. Dribbelt sich „FIFA 09“ auch auf dem PC an „Pro Evolution Soccer 2009“ vorbei? Im Gegensatz zur Konsolenfassung müssen wir den PC-Kickern leider eine Absage erteilen. Denn trotz des umfassenden Faceliftings erreicht „FIFA 09“ lange nicht die taktische Spieltiefe eines „Pro Evolution Soccer 2009“, sondern bleibt vielmehr das, was sich viele Fans von ihm gewünscht haben: ein echtes „FIFA“ – flott und sofort spielbar, mit viel Action und noch mehr Torraumszenen.
Hübsch anzuschauen
Aber laben uns doch noch einmal kurz an der deutlich aufgemotzten Grafik von „FIFA 09“: Besonders während der Wiederholungen und der Einzüge in die Arena werden die vielen kleinen Verbesserungen deutlich. Stars wie Ribéry oder Messi sehen ihren Vorbildern dank neuer Texturen nun sehr ähnlich, und selbst die berüchtigte Haarproblematik wurde souverän gelöst. Die Trikots der Spieler werfen Falten, die Kicker selbst schwitzen und werden sogar dreckig. Zudem wurden viele neue Bewegungsabläufe wie etwa das Fausten von hohen Flanken oder Stürze nach Fouls integriert. Auch der Platz wurde bearbeitet: Erstmals werden PC-Spieler nicht mit einer platten Bodentextur abgespeist, sondern mit wuschelig grünem Gras verwöhnt. Doch leider kommen diese Verbesserung nicht immer gut zum Tragen. Denn in der Standard-Perspektive sind Kleinigkeiten kaum zu erkennen. Schließlich wurde die Kamera noch ein wenig weiter herausgezoomt als bei der Konsolenfassung. Zudem wurde an den Zuschauerrängen kaum Hand angelegt. Hier tummeln sich noch immer die gleichen hässlichen 2D-Pappfiguren wie im vergangenen Jahr – ärgerlich.
Dribbeln mal anders!
Neben diesen optischen Verbesserungen wartet „FIFA 09“ mit einigen netten Kleinigkeiten auf: So dürft ihr nun die Belegung eures Gamepads selbst verändern. Angriffs- und Abwehraktionen sind diesmal voneinander unabhängig. Doof nur, dass im Mehrspielerbetrieb nicht jeder Möchtegern-Profi sein eigenes Steuerungsschema erstellen kann. Wer gerne mit der Tastatur spielt, bekommt diesmal die Möglichkeit, sogar die Maus hinzu zu nehmen. Dann steuert ihr euren aktiven Spieler mit Hilfe des Keyboards und spielt Bälle – wie in einem Shooter – mittels eines Fadenkreuzes und der Maus.
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Schöner jubeln Nach dem schwachen „FIFA 08“ serviert EA in diesem Jahr auch PC-Spielern einen anständigen, vor allem optisch gelungenen Fußball-Titel.
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Was sich ungewöhnlich anhört, ist im Spielbetrieb eine präzise Methode, um die Gegner-KI schachmatt zu setzen. Für Mehrspieler-Duelle ist diese Steuerungsvariante allerdings absolut ungeeignet. Schließlich kann unser Gegenüber jede Bewegung des Fadenkreuzes sehen.
Weniger Taktik, mehr Tore
Im direkten Vergleich zur Next-Generation-Fassung zieht „FIFA 09“ spielerisch aber trotz vieler Verbesserungen den Kürzeren. Die erweiterten Taktiken haben leider nicht den Weg in die PC-Version gefunden, und so bleiben für PC-Strategen nur einige Basiseinstellungen in recht unübersichtlichen Menüs übrig. |
Auf dem Platz ist der Spielablauf gar ein wenig schneller als bei „Pro Evolution Soccer 2009“. Das Passsystem funktioniert gewohnt gut, auch wenn wir die Möglichkeit vermisst haben, die Passstärke selbst zu dosieren. Das Leder fühlt sich dabei sehr „hart“ und „schwer“ an. So springt der Ball oft sehr weit von den Füßen der Kicker weg oder einfache Kopfbälle fliegen über den halben Platz. Torschüsse hingegen wirken realistisch, sind aber im Vergleich zur Konsolenfassung deutlich leichter zu steuern. Da hämmern wir mit Hamit Altintop die Pille ohne Probleme aus 25 Metern in den Winkel. Torhüter sind in solchen Momenten chancenlos.
Das Zweikampfsystem ist erfreulich direkt. Bei Remplern stellen sich die Abwehrrecken gekonnt zwischen Ball und Gegenspieler oder schubsen diesen gar einfach aus dem Weg. Gut getimte Grätschen fallen unserer Ansicht nach ein wenig zu mächtig aus. Hat man einmal den Bogen raus, senst man jedem Dribbelkünstler die Pocke vom Fuß. Sehr schön: Stars wie Lionel Messi oder Ronaldinho behalten das Leder selbst nach kleinen Zweikämpfen am Fuß, während ungelenke Kicker den Ball schneller verlieren.
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Schwächen im Spiel In spielerischer Hinsicht behält die Konkurrenz die Nase vorn: „PES 2009“ ist eindeutig realistischer als „FIFA 09“.
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Auffällig sind auch die Verbesserungen in den Bereichen Gegner- und Mitspielerverhalten. Die Fußballer laufen sich nun besser frei und reagieren schneller auf plötzliche Gegenzüge und Angriffe. Trotzdem ist „FIFA 09“ nicht über jeden Zweifel erhaben. Wir hätten uns deutlich aggressivere Abwehrspieler gewünscht. Außerdem mangelt es dem Passsystem oftmals ein wenig an Präzision, sodass Steilpässe häufig ins Leere gehen. Simulationsfreunde werden zudem taktische Ansprüche und ein anspruchsvolleres Gameplay vermissen. „FIFA 09“ ist eben ein echtes „FIFA“ der alten Schule. Es behebt zwar einige Schwächen der Vorgänger, stellt aber nicht derart hohe Realitätsansprüche wie etwa „Pro Evolution Soccer 2009“ oder die Konsolenversion von „FIFA 09“.
Kleine Neuerungen
Die Sachen Spielmodi legt „FIFA 09“ erneut eine Schippe drauf. Der Manager-Modus ist nun deutlich besser nachvollziehbar, wurde aber ansonsten annähernd vollständig übernommen. Ihr kümmert euch also um die finanziellen Belange eurer Mannschaft, sendet Scouts aus, wertet euren Trainerstab auf und bestreitet natürlich sämtliche Matches – oder lasst sie simulieren. Für das nächste Jahr Wünschen wir uns hier noch mehr Tiefgang mit Stadionausbau, gezielten Trainingseinheiten und zusätzlichen Transfermöglichkeiten.
Eine absolut gelungene Erweiterung des Vorjahresrepertoires stellt die Be-A-Pro-Saison dar. Hier spielt ihr lediglich einen einzelnen Spieler aus der Verfolgerperspektive. Ihr habt die Wahl, ob ihr lieber einen realen Kicker nehmen oder euer Glück mit einem selbst kreierten Spieler versuchen wollt. Euer Ziel ist es, auf nationaler und internationaler Ebene zu überzeugen und euren Weg in die Nationalmannschaft zu schaffen. Mit vier Jahren Spielzeit erweist sich dieser Modus als erfreulich lang und motivierend. Anhand eurer Leistung (Pässe, Zweikämpfe, Stellungsspiel, Vorlagen, Tore) wird euer Spieler auf- und abgewertet und findet oder verliert somit seinen Platz in der Mannschaft. Zusätzlich bekommt ihr zu jedem Spiel „Hausaufgaben“ aufgebrummt. Mal müsst ihr eine bestimmte Anzahl Zweikämpfe gewinnen oder Tore schießen. So wächst der Druck auf euch stetig. Die Auswechslungen und auch die Aufstellung werden automatisch erstellt. Werdet ihr einmal nicht berücksichtigt: Pech gehabt. Wie schon im Vorjahr erweist sich der Be-A-Pro-Modus als äußerst fordernd. Wir hätten allerdings auch hier ein wenig mehr Tiefe erwartet, wie etwa Einzelgespräche mit dem Trainer, mehr Privatleben und ein besseres Transfersystem. So ist die Be-A-Pro-Variante zwar klasse, aber trotz integrierten Mehrspieleroptionen ein wenig oberflächlich.
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