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SPORE

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n diesem Moment rast irgendwo in unserer Galaxis ein Meteorit durch die unendlichen Weiten des Weltraums. Auf seinem Kurs liegt ein unbekanntes Sonnensystem und tragischerweise auch ein kleiner Planet mit grünlichem Erdboden und hellblauen Meeren. Angezogen vom Gravitationsfeld des Himmelskörpers, wird der kosmische Gesteinsbrocken in die Atmosphäre des Planeten gezogen, und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Statt zu verglühen, stürzt der Meteorit in das tiefe Meer. Mineralien und mikroskopische Sporen verbinden sich mit dem Wasser, so dass in diesem Augenblick das Wunder des Lebens seinen Anfang nimmt. Es bilden sich Mikroorganismen und erste DNA-Stränge, wobei uns ein Organismus sofort ins Auge fällt: eine kleine gelbliche Kreatur mit zwei Perlenaugen, einem Filtermund und Flagellen, die der Fortbewegung dienen. Wir geben der winzigen Spezies den Namen Koins und nehmen sie unter unsere Fittiche, denn das Leben in der Ursuppe ist gefährlicher, als man denkt!

Eingebrockt hat uns diese Brühe niemand anderes als Kult-Designer Will Wright, der nun mit „Spore“ ein wahres Mammut-Werk abliefert. Seit der ersten Ankündigung des Spiels im März 2005 hat kein anderer Titel so viel Aufmerksamkeit erregt. Renommierte Zeitungen und wissenschaftliche Fachzeitschriften befassten sich mit dem Entwickler und seinem Spiel, welches nicht weniger als das Leben simulieren soll. Schon mit „SimCity“ und „Die Sims“ hatten Wright und seine Entwicklungsschmiede Maxis Erfolge gefeiert. Wer schon länger vor dem Monitor hockt, wird sich vielleicht noch an Wrights Simulationen eines Ameisenhaufens und eines Ökosystems erinnern, die als „SimAnt“, „SimEarth“ und „SimLife“ vor über 15 Jahren veröffentlicht wurden. Diese drei Titel waren nicht nur kompliziert, sondern auch herausfordernd – was man von „Spore“ leider nicht sagen kann. Zwar bietet das kunterbunte Evolutionsspiel einen gewaltigen Editor und fünf verschiedene Spielphasen, doch leider fehlt es an Tiefgang, was bereits im Meer auffällt.

Ein Haufen DNA
Es wird Zeit, dass wir unsere Koins-Spezies weiterentwickeln, denn wir wollen uns ja nicht ewig durch die erste Spielphase klicken. Als Pflanzenfresser lassen wir erst mal andere Zellen und umhertreibende Fleischpartikel in Frieden und schnappen uns stattdessen ein paar grüne Pflanzen mit unserem Mundwerk. So gestärkt, beginnt unser Organismus zu wachsen.

Alles ist möglich
Der tolle Kreaturen-Editor wird kreative Köpfe lange begeistern. Die Bedienung geht hier leicht von der Hand.

Aus herumschwimmenden Meteoriten-Bruchstücken sammeln wir DNA-Bausteine, die uns ermöglichen, der Kreatur neue Eigenschaften hinzuzufügen. Im Kreaturen-Editor dürfen wir unsere Zelle dann aufrüsten. Hierzu rufen wir über ein Bildschirm-Icon einen Partner, mit dem wir den modifizierten Nachwuchs zeugen. Automatisch schwimmen unsere Zellen aufeinander zu, tänzeln etwas herum, und rote Herzchen signalisieren schließlich den erfolgreichen Vollzug des Geschlechtsakts. Diese Form der Fortpflanzung dürfte nur diejenigen begeistern, die im Sexualkunde-Unterricht geschlafen haben oder keinen Internet-Zugang besitzen, wobei die letztere Gruppe eh nicht so weit im Spiel kommt.

Ohne eine einmalige Internet-Aktivierung startet „Spore“ nämlich überhaupt nicht. Einmal aktiviert, funktioniert das Spiel fortan zwar auch ohne Online-Verbindung, man kann eine „Spore“-Version aber nur bis zu dreimal aktivieren. Statt nun über die Maßnahmen gegen Raubkopierer zu lamentieren, die Electronic Arts mal wieder ergriffen hat, rüsten wir unsere Koins-Zelle mit ein paar Stacheln aus, so dass wir andere Zellen wirkungsvoll angreifen können. Wir klicken, kämpfen und fressen uns nun schnell durch die Zellphase, denn hier ist die Steuerung und das Gameplay noch relativ simpel, was sich ab der nächsten Stufe auf der Evolutionsleiter drastisch ändern wird.

Raus aus dem Wasser
Haben wir genug DNA gesammelt und gefressen, darf unsere Schöpfung an Land gehen und die Kreaturenphase erleben. Dafür müssen wir unsere Koins erst mal im Kreaturen-Editor grundlegend umbauen, denn Beine oder sogar Arme wären für die Eroberung des Landes gar nicht so schlecht.

Hübsch hässlich
Optisch ist „Spore“ mit Sicherheit kein Knaller. Die schrägen Kreaturen mitsamt ihren Animationen sind aber hübsch anzusehen.

Gleichzeitig ist es nicht unerheblich, ob wir weiterhin Pflanzen- oder Fleischesser bleiben oder uns zum Allesfresser entwickeln, denn je nach Ausrichtung sind verschiedene Kampf- und Sozialeigenschaften ausgeprägt. Schnell merkt man nämlich, dass auch andere Kreaturen dem Wasser entfleucht sind, so dass wir die Gegend um unser Nest erkunden müssen und erste soziale Interaktionen erleben. Da uns „Spore“ immer wieder Hinweise gibt, die uns das Spielprinzip Schritt für Schritt erklären, und wir notfalls in der ausufernden „Spore“-Fibel nützliche Informationen nachlesen können, stellt diese Evolutions-Stufe auch kein großes Hindernis dar. Entweder wir greifen andere Kreaturen und ihre Nester an und rotten die Konkurrenz aus, oder wir versuchen, uns mit Imponiergehabe, Tanz und Gesang beliebt zu machen, wodurch wir früher oder später Verbündete gewinnen. Unsere Koins finden dabei in herumliegenden Knochen weitere DNA-Bausteine und Fähigkeiten, so dass unsere Primitivlinge langsam ein Bewusstsein und Gehirn entwickeln. So ist es uns möglich, weitere Nester anzulegen und ein Rudel zu bilden, mit dem wir dann stärkere Feinde angreifen können. Früher oder später haben wir die Kreaturenphase überwunden und legen zum letzten Mal richtig Hand an unserer Geschöpf, denn ab der nun folgenden Stammesphase dürfen wir es nicht mehr verändern.

Häuptling hat gesprochen
Unsere Koins scheinen es geschafft zu haben, denn mit Fleiß und Verstand haben sie ein Dorf gegründet und feste Behausungen gebaut. Leider schläft die Konkurrenz immer noch nicht auf dem Friedhof, so dass wir nun die Dörfer von anderen Kreaturen einnehmen müssen. Also schicken wir einige Koins hinaus zum Futter sammeln, während unser Häuptling ein paar Tiere zähmt, die dann in einem Zwinger im Dorf eingesperrt werden, um uns im Falle eines feindlichen Angriffs bei der Verteidigung zu helfen. Mit genügend Nahrung im Dorf kann unser Stamm weiter wachsen, und auf sechs Bauplätzen dürfen wir neun verschiedene Arten von Hütten bauen. Natürlich müssen wir bestimmte Baupläne erst mal von anderen Stämmen einsammeln, und wieder mal gibt es die pazifistische und die kriegerische Art, um zur dominierenden Spezies zu werden. Entweder wir wählen den einfachen und schnellen Weg des Kampfes, wobei wir unsere Kreaturen mit Waffen ausrüsten und wie in einem Echtzeit-Strategiespiel das feindliche Dorf stürmen, oder wir versuchen es mit Diplomatie.

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