Meinung vom 05.09.2008
Sunrise
| Dabei seit: |
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20.08.2005 |
| Leserwertungen bisher: |
78 |
| Ø Qualität insgesamt: |
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7
Grafik:
Das mit der Wintermute-Engine entstandene Adventure kann mit seinen authentischen Schauplätzen, die Originalschauplätzen in New York nachempfungen sind einige Punkte sammeln. Dadurch entsteht eine glaubwürdige Umgebung, die einfach echt wirkt. Die Qualität der Texturen schwankt dabei sehr stark, mal fast schon fotorealistisch, mal arg verwaschen. Richtig schlimme Hintergrundteile gibt es aber eigentlich nicht. Punkten kann Sunrise auch mit den Wettereffekten. Viel mehr als Regen gibt es dabei zwar nicht zu bewundern, dieser sieht aber gut aus und ist noch dazu auch mit sehr guten SFX unterlegt, doch dazu mehr im Soundbereich.
Schön sind auch die zahlreichen Rendervideos, die meist rasant inszeniert sind. Davon gibt es nicht wenige im Spiel, weshalb das Spiel auch auf zwei DVDs verteilt wurde.
Nicht so schön sind die 3D-Charaktere. Sehr kantig und vergleichsweise schwache Animationen. In diesem Bereich hätte man sicherlich mehr rausholen können.
8
Steuerung:
Die Maussteuerung ist simpel und eingängig und sollte von jedem sofort beherrscht werden können. Einstiegsschwierigkeiten gibt es allenfalls aufgrund des andersartigen Gameplays, an das man sich erst einmal gewöhnen muss.
Rennen kann Hauptcharakter Rydec übrigens nicht, die Gründe dafür erfährt man bereits im unterhaltsamen Videotutorial, Standardfunktionen wie Schnelles verlassen per Doppelklick auf den Ausgang sind aber natürlich erhalten. Später hat man zudem eine Van zur Verfgügung dessen Navigationssystem als Karte fungiert. Damit kann man schnell an jeden Ort reisen. Nur in einzelnen Szenen, etwa einem Bürogebäude mit Aufzug, bei dem erst die Ruftaste gedrückt werden muss, helfen Van und Doppelklick nicht weiter, wodurch es hier schon einmal länger dauern kann.
Wirklich etwas auszusetzen gibt es aber nicht.
9
Sound:
Die Sprecher der insgesamt vier Charaktere (u.a. Andreas Fröhlich und Torsten Michaelis) sind gut gewählt und passen zu ihren Figuren. Auch die Betonungen sitzen, da Entwickler und Dialogschreiber Thomas Langelotz persönlich die Regie übernommen hat.
Auch die Effekte sind größtenteils sehr gelungen. Fast alle davon haben die Entwickler selbst mit dem Mikrofon aufgezeichnet, egal ob die Mikrowelle oder die Kaffemaschine, oder auch Regen, der auf ein Wellblechdach prasselt.
Im musikalischen Bereich hat Sunrise auch einiges zu bieten. Ein paar unbekannte deutsche Bands haben es auf den Soundtrack von Sunrise geschafft und das auch vollkommen zurecht. Rockige Sounds, Rockballaden, einfach Musik, die man auch gut nebenbei laufen lassen kann. Nichts für die Ewigkeit aber alles sehr hochwertig. Schade ist nur, dass abgesehen von Cutscenes und zwei kleinen Punkten im Spiel (unter einer Brücke und auf dem Dach des Lofts) im Spiel nichts davon zu hören ist. Meistens herrscht Stille.
7
Gameplay:
Sunrise will unterhalten, keine hochanspruchsvolle Geschichte erzählen. Das machen die Entwickler auch genau richtig, und schaffen es sogar noch dem Ganzen ein ziemlich cooles Ende zu verpassen. Wer Tiefgang erwartet, ist hier aber sicherlich falsch.
Spielerisch setzt Sunrise auf eine etwas anderes Konzept, das ohne Inventarleiste auskommt. Im Spiel ergibt sich, was Rydec braucht und was nicht, einen Eimer würde er also erst dann mitnehmen, wenn er ihn auch braucht. Müsste man jenen Eimer mit Wasser füllen indem man ihn unter einen Wasserhahn stellt, reicht es bei Sunrise, den Eimer eingesackt, noch mal den Wasserhahn anzuklicken. Die Spielfigur und der Spieler sind also sozusagen immer auf demselben Informationsstand.
Am Anfang kann das noch Probleme machen, weil es einfach so ungewohnt ist, letztlich ist das Spiel so aber viel zu leicht. Hat man einmal das Spielprinzip verinnerlicht, vielleicht würde akzeptiert besser passen, läuft alles wie am Schnürchen.
Fazit:
Sunrise ist als erstes Adventure der Erfurter Entwickler von TML wirklich gut geworden. Man kann über die Grafik streiten oder den spielerischen Anspruch. Sunrise ist dabei aber in keinem Bereichen unterdurchschnittlich, eher meist im gehobenen Mittelfeld.
Ob einem das Spiel Spaß macht oder nicht, hängt aber vor allem von einem Punkt ab, den ich bislang noch nicht erwähnte: Die Dialoge. Davon gibt es nämlich nicht wenige im Spiel. Rein vom Umfang her könnte man meinen, in Sunrise wird man totgelabert. Doch dem ist eben nur dann so, wenn einem der Humor nicht liegt.
Wer während der Demo nicht einmal lachen musste, der sollte besser die Finger vom Spiel lassen. Zwar verändert sich der Humor im Spiel später ein wenig, aber der Umfang der Textzeilen ist etwa gleichbleibend oder gar ansteigend. Diese Leute werden am Ende natürlich immer genervter sein.
Wer aber die Art des Humors teilt und sich während der Demo beinahe einnässt vor Lachen, dem wird Sunrise richtig gut gefallen.
Es bleibt abzuwarten, ob sich Sunrise kommerziell bewährt hat. Ich würde es mir wünschen und gerne ein weiteres Spiel der Entwickler sehen. Vorher hat man bei TML zwar schon an Simulationen gewerkelt, was Adventures betrifft, ist es aber ihr Erstlingswerk und gerade gemessen daran, ist Sunrise sicherlich über den Erwartungen, die man haben durfte.
Wertung:
79
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Spielspaß:
74
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